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Die wichtigsten Rohstoffprognosen auf einen Blick, aktueller Stand 14. April 2026!

Energie:

 

Die OPEC erwartet, dass die durch den Iran-Krieg ausgelösten Marktstörungen auf die Ölnachfrage weitgehend begrenzt bleiben. Entsprechend wurde die Nachfrageprognose im aktuellen Monatsbericht nur für Quartal 2 reduziert; für Quartal 3 rechnet man mit einer Rückkehr zum zuvor erwarteten Niveau, während für Quartal 4 eine über den bisherigen Annahmen liegende Nachfrage ausgewiesen wird.

 

Für das Gesamtjahr hält die OPEC trotz der damit verbundenen Risiken einen Nachfrageanstieg von 1,38 Mio. Barrel/Tag aufrecht. Parallel geht man davon aus, dass das Angebot außerhalb von OPEC+ nicht maßgeblich auf höhere Preise reagiert.

 

Dem steht jedoch ein deutlicher Rückgang der OPEC+ Produktion im März gegenüber, die um 7,7 Mio. Barrel/Tag im Vergleich zum Vormonat sank (insbesondere Irak, Saudi-Arabien, Kuwait und VAE), während Kasachstan die Förderung ausweiten konnte; daraus ergibt sich für das laufende Quartal eine erhebliche Unterversorgung.

 

Der europäische Gaspreis verzeichnete in der Nacht zum Montag einen Anstieg um 17%. Auslöser waren wie beim Ölmarkt die gescheiterten Gespräche zwischen den US- und iranischen Delegationen sowie die Ankündigung der USA, Schiffe mit Zielen in iranischen Häfen zu blockieren.

 

Damit verschwindet die Erwartung, dass die LNG-Produktion und -Lieferungen aus dem Nahen Osten kurzfristig wieder hochfahren. Im Persischen Golf sollen derzeit 14 LNG-Tanker feststecken; sie haben zusammen etwa 1,3 Mrd. Kubikmeter (bcm) geladen.

 

Selbst bei einer anschließenden Passage wäre die Entlastungswirkung begrenzt, da die jährliche Produktion aus dem Nahen Osten (rund 740 bcm) im Verhältnis zum globalen Gasverbrauch (4.000 bcm) nur einen kleinen Anteil abdeckt. Entscheidend ist die aktuelle Blockade, die etwa 20% der globalen LNG-Produktion aus dem Nahen Osten betrifft und dadurch die Marktversorgung spürbar reduziert.

 

Edelmetallmärkte:

 

Der Goldpreis gab zu Wochenbeginn nach, weil der Ölpreis zulegte. In dem Maße, wie der Ölpreise im Handelsverlauf einen Teil seiner Gewinne wieder abgab, verringerte sich auch bei Gold das Minus. Heute notiert Gold wieder bei knapp 4.800 USD je Feinunze.

 

Das Abwärtspotenzial für die Preise wird dadurch limitiert, dass nahezu keine Zinssenkung der Fed bis zum Jahresende mehr eingepreist ist. Solange der Markt nicht damit beginnt, eine Zinserhöhung der US-Notenbank ernsthaft in Erwägung zu ziehen – bislang gibt es dafür keine Anzeichen – dürfte der Goldpreis kaum weiter fallen.

 

Rückenwind gab es zuletzt wieder seitens der ETF-Anleger, die das niedrigere Preisniveau offenbar zum Einstieg nutzen. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten seit Anfang April bis Ende letzter Woche Netto-Zuflüsse von 25 Tonnen. Im März hatten die weltweiten Gold-ETFs noch Netto-Abflüsse von 85 Tonnen verzeichnet, wie der World Gold Council in der letzten Woche berichtete.

 

Das waren die stärksten monatlichen Abflüsse seit September 2022. Der Großteil der Abflüsse erfolgte dabei in den USA, was mit den geänderten Zinserwartungen und den dadurch gestiegenen Opportunitätskosten sowie Zwangsliquidationen erklärt werden kann. Geringe Abflüsse gab es auch in Europa.

 

Die Gold-ETFs in Asien verzeichneten dagegen Zuflüsse, wofür insbesondere China verantwortlich war. Schon im letzten Jahr war China mit 133 Tonnen Netto-Zuflüssen ein wesentlicher Treiber der ETF-Nachfrage. Nur die Gold-ETFs in den USA verzeichneten noch stärkere Zuflüsse.

 

Industriemetalle:

 

Die Industriemetalle sind überwiegend mit Gewinnen in die neue Woche gestartet. Beim Aluminium dominieren Angebotssorgen, während Nickel durch die Ankündigung der indonesischen Regierung gestützt wird, die Benchmarkpreise für Nickelerz anzuheben - eine erste Initiative war bereits im letzten Monat erfolgt.

 

Die neue Preisformel soll ab Mittwoch gelten und für alle Qualitätsklassen steigende Erzpreise vorsehen. Dadurch erhöhen sich die Kosten für indonesische Nickelschmelzen, die mehr als die Hälfte der globalen Produktion abdecken; zusätzlich wirken bereits geringere Abbauquoten zu Jahresbeginn sowie eine  Schwefelknappheit infolge der Sperrung der Straße von Hormus.

 

Da Indonesien große Teile des Schwefels aus der Golfregion bezieht, mussten Berichten zufolge mehrere Nickelverarbeiter ihre Produktion zeitweise um mindestens 10% drosseln. Nickel notiert inzwischen mit knapp 18.000 USD/t und liegt damit wieder nahe 10% über dem diesjährigen Tief Mitte März.

 

Im China-Handel stiegen die Importwerte im März in US-Dollar um 27,8% gegenüber dem Vorjahr; bei den Industriemetallen zeigt sich ein breites Wachstum: Eisenerz (+11,5% in Volumen) sowie Kupfererz und - konzentrate (+10%) nahmen zu. Letzteres spricht weiterhin dafür, dass China physisch zugänglich bleibt, obwohl die Minenförderung in Chile zuletzt rückläufig war.

 

Auffällig ist jedoch der durchschnittliche Importpreis für Kupfererz/-konzentrate von 3.400 USD/t im bisherigen Jahresverlauf gegenüber 2.000 USD/t im 15-Jahres-Mittel und einem seltenen Überschreiten von 2.500 USD in den letzten Jahren; dies kann auf Knappheit hindeuten, ist ohne Detaildaten jedoch nicht eindeutig (Preiswirkung vs. geänderte Importzusammensetzung).

 

Rückgänge im Vormonat bei Importen von unverarbeitetem Kupfer und Kupferprodukten wurden wieder ausgeglichen, lagen aber weiterhin 11,6% unter dem Vorjahresniveau. Auf der Exportseite gingen die Aluminiumausfuhren im März um rund 5% gegenüber dem Vorjahr zurück.

 

Die zuvor durch den Iran-Konflikt gestiegenen Aluminiumpreise haben demnach zumindest im März noch keine Ausweitung der Exporte aus China bewirkt; hält sich diese Entwicklung in den kommenden Wochen, dürfte sie den Aluminiumpreis zusätzlich stützen.

 

Agrarmärkte:

 

Für Kakao und Kaffee gab es zuletzt uneinheitliche Angebotsmeldungen. Bei Kakao aus Elfenbeinküste, dem weltgrößten Produzentenland, deuten jüngste Nachrichten auf eine potenziell gute Zwischenernte seit Anfang März hin: Ergiebige Niederschläge und dazwischen liegende sonnige Abschnitte verbessern nach abgeschlossener Blütephase die Bedingungen für das Schotenwachstum.

 

Die Ernte soll in der kommenden Woche sukzessive ansteigen und ihren Höhepunkt zwischen Mai und Juli erreichen. Allerdings erwarten einige Produzenten zur Ausschöpfung des Erntepotenzials weitere Regenfälle.

 

Insgesamt sprechen die besseren Aussichten eher gegen eine Erholung der zuletzt stark gefallenen Kakaopreise; nach sechs Monaten im seit Oktober laufenden Erntejahr lagen die Anlieferungen an die Häfen der Elfenbeinküste laut Exporteursschätzung noch 1,2% unter dem Vorjahr.

 

Für Kaffee ist das Bild hingegen deutlich negativer, insbesondere in Kolumbien: Im ersten Quartal fiel die Erntemenge bei Arabica um 33,5% gegenüber dem Vorjahr, maßgeblich verursacht durch übermäßige Niederschläge; im Quartalsverlauf kam es zu keiner nachhaltigen Verbesserung.

 

Im März lag die Ernte 29% unter dem Vorjahresniveau. Seit Beginn des Erntejahres beläuft sich die Menge auf 6,224 Mio. Sack, ein Minus von 28%. Auch die Exporte fielen im März um 37%

 

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Beste Grüße aus Frankfurt am Main

 

Michael Neumann

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