Die kommende Woche dürfte vom Iran-Konflikt dominiert bleiben, Öl-Volatilität bleibt hoch und Inflations-/Zinsentwicklung bleibt im Blick. Gold bleibt als sicherer Hafen relevant, bleibt aber sensibel gegenüber Realzinsen und Dollarentwicklung.
👉 Rohölmarkt:
1. IEA-Freigabe: Rekordfreigabe von 400 Millionen Barrel Öl aus Notfallreserven zur Marktberuhigung. Theoretisch Deckung eines Hormus-Ausfalls von ca. einem Monat; über zwei Monate hinweg verbleibt bei vollständiger Meerenge-Blockade ein Angebotsloch von ca. 7 Mio. Barrel/Tag.
2. Verteilung der Auswirkungen: USA ca. 0,55 Mio. Barrel/Tag aus Krisenregion; Europa ca. 1,5 Mio. Barrel/Tag (inkl. Diesel); Asien/Ozeanien ca. 3,9 Mio. Barrel/Tag. Freigabe dient vor allem Japan/Südkorea als Stütze; Europa könnte Dieselknappheit lindern.
3. China/Indien: China verfügt laut IEA über >1,2 Mrd. Barrel Reserven; Exportverbot von Ölprodukten in China könnte Dieselmarkt in Asien weiter belasten. Rund 2 Mrd. Barrel Öl in Tankern; 487 Mio. Barrel sanktioniertes Öl (Russland/Iran/Venezuela) könnten asiatische Länder ersetzen. USA gestatteten russisches Öl-Imports auf Tankern für 30 Tage; Iran bleibt weiter auf Märkten zugänglich.
4. IEA: März-Ausfälle ca. 8 Mio. Barrel/Tag; globales Angebot ca. 99 Mio. Barrel/Tag (tiefstes Niveau seit Q1-2022); Nachfrageprognose März/April um ca. 1 Mio. Barrel/Tag nach unten; begrenztes Export-Potenzial außerhalb der OPEC; Kanada+USA-Produktionsausweitungen unklar.
5. Saudi-Arabien: Februar-Produktion 10,4 Mio. Barrel/Tag (oberhalb des Ziels um 300 Tsd. Bpd).
👉 Industriemetallmärkte:
1. Aluminium: Angebotsknappheit in Asien (Malaysia-Lager); Japan-Prämien hoch; China könnte Exporte erhöhen.
2. Nickel/Sulfure: Sorge um Schwefel- und Nickelversorgung wegen Golf-Exporten, Erdrutsche beeinträchtigen HPAL-Kapazitäten.
3. Eisenerz: Preis nahe Zwei-Jahreshoch (~107 USD/T), aber chinesische Daten deuten nicht auf nachhaltige Erholung hin.
👉 Goldmarkt:
Goldpreis fällt wieder unter 5.100 USD pro Feinunze. Sichtbar ist eine stärker werdende Abwärtsdynamik in einem unsicheren geopolitischen Umfeld.
Treiber der jüngsten Bewegung:
1. Fortdauernder Iran-Konflikt sorgt für anhaltende Unsicherheit, aber keine klare Eskalationssignale, die Gold stark stärken würden.
2. Hohe Ölpreise (Brent über 100 USD) treiben Inflations- und Zinserwartungen; steigende Realzinsen belasten Gold tendenziell.
3. Markt preist weniger Fed-Zinssenkungen bis Jahresende ein; restriktivere Geldpolitik belastet Gold als sicherer Hafen.
👉 Agrarmärkte:
1. Agrarrohstoffe: Krieg treibt Mais, Weizen, Sojabohnenpreise nach oben; Biokraftstoffe-Nachfrage steigt; Gas-Lieferengpässe erhöht Düngerpreise (Harnstoff, Golfregion); Aussaat könnte unter Kostensteigerungen leiden.
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Michael Neumann
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